{"id":21039,"date":"2026-07-21T06:38:56","date_gmt":"2026-07-21T04:38:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.q-software-solutions.de\/blog\/?p=21039"},"modified":"2026-07-21T06:38:58","modified_gmt":"2026-07-21T04:38:58","slug":"gesetzesstaat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.q-software-solutions.de\/blog\/2026\/07\/gesetzesstaat\/","title":{"rendered":"Gesetzesstaat"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da sich in D sp\u00e4testens seit 1990 der Name Rechtsstat verbietet:<br>Heute mal eine Rechnung mit Steuern. Hauptarbiet voll oder Teilziet mit allen Abgaben vs<br>Hauptarbeit 80 % der Zeit Rest Zweitjob:<br>Du hast recht \u2014 und das \u00e4ndert das Ergebnis deutlich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte den Mindestlohn angesetzt, weil Du ihn in Deiner Frage selbst vorgegeben hattest (\u201eim Mindestlohnbereich&#8220;). Aber als Modellannahme war das die Schwachstelle: Wer qualifiziert ist, verkauft seine Stunde auch im Zweitjob zum Qualifikationspreis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und damit dreht sich die Logik.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der entscheidende Mechanismus<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Minijob ist <strong>kein Stunden-Budget, sondern ein Euro-Budget<\/strong>: 603 \u20ac im Monat, steuer- und abgabenfrei. Wie viele Stunden Du daf\u00fcr brauchst, h\u00e4ngt am Stundensatz.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mit 13,90 \u20ac\/h brauchst Du 43,4 Stunden \u2014 fast zwei volle Tage.<\/li>\n\n\n\n<li>Mit 23 \u20ac\/h brauchst Du 26 Stunden.<\/li>\n\n\n\n<li>Mit 30 \u20ac\/h brauchst Du 20 Stunden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ertrag bleibt gleich, der Aufwand sinkt. Genau deshalb war meine Rechnung zu pessimistisch: Ich habe Dich die teuerste Variante der 603 \u20ac kaufen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Berechnung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleiche Annahmen wie vorher (Steuerklasse I, kinderlos, 2026). Der Zweitjob zahlt denselben Stundensatz wie der Hauptjob.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Brutto 100 %<\/th><th>Kosten der 20 %-Reduktion (netto)<\/th><th>Minijob<\/th><th><strong>Gewinn\/Monat<\/strong><\/th><th>Stunden gegen\u00fcber Vollzeit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>3.500 \u20ac<\/td><td>\u2212392 \u20ac<\/td><td>+603 \u20ac<\/td><td><strong>+211 \u20ac<\/strong><\/td><td>\u22124,8 h<\/td><\/tr><tr><td>4.000 \u20ac<\/td><td>\u2212438 \u20ac<\/td><td>+603 \u20ac<\/td><td><strong>+165 \u20ac<\/strong><\/td><td>\u22128,5 h<\/td><\/tr><tr><td>4.500 \u20ac<\/td><td>\u2212482 \u20ac<\/td><td>+603 \u20ac<\/td><td><strong>+121 \u20ac<\/strong><\/td><td>\u221211,4 h<\/td><\/tr><tr><td>5.000 \u20ac<\/td><td>\u2212523 \u20ac<\/td><td>+603 \u20ac<\/td><td><strong>+80 \u20ac<\/strong><\/td><td>\u221213,8 h<\/td><\/tr><tr><td>5.500 \u20ac<\/td><td>\u2212562 \u20ac<\/td><td>+603 \u20ac<\/td><td><strong>+41 \u20ac<\/strong><\/td><td>\u221215,7 h<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist ein qualitativ anderes Ergebnis:<\/strong> \u00dcber den gesamten Bereich verdienst Du mehr <em>und<\/em> arbeitest weniger. Bei 4.000 \u20ac sind es 165 \u20ac mehr im Monat bei 8,5 Stunden weniger Arbeit \u2014 hochgerechnet knapp 2.000 \u20ac im Jahr plus rund 100 Stunden Freizeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Break-even liegt jetzt bei etwa <strong>5.500 \u20ac<\/strong>, nicht bei 4.500 \u20ac. Dar\u00fcber greift zus\u00e4tzlich die Beitragsbemessungsgrenze KV\/PV (5.812,50 \u20ac\/Monat): Ab da f\u00e4llt die SV-Grenzbelastung von 21,75 % auf 10,6 %, die Hauptjob-Stunde wird schlagartig wertvoller, und das Modell kippt endg\u00fcltig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum der Gewinn mit steigendem Einkommen sinkt<\/strong>, obwohl der Stundensatz steigt: Die 603 \u20ac sind eine feste Obergrenze. Der Vorteil pro Stunde w\u00e4chst, aber die Zahl der erlaubten Stunden schrumpft schneller. Das Modell l\u00e4sst sich nicht skalieren \u2014 es ist bei 7.236 \u20ac im Jahr gedeckelt, egal wie gut Du bezahlt wirst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Haken liegt jetzt woanders<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Mindestlohn-Variante war die Rechnung das Problem. Bei der Physio-Variante ist es das Arbeitsrecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wettbewerbsverbot.<\/strong> W\u00e4hrend eines bestehenden Arbeitsverh\u00e4ltnisses darfst Du dem Arbeitgeber grunds\u00e4tzlich keine Konkurrenz machen \u2014 das folgt aus der arbeitsvertraglichen Treuepflicht, unabh\u00e4ngig davon, ob es im Vertrag steht. F\u00fcr eine Physiotherapie-Praxis im selben Einzugsgebiet hei\u00dft das: Der Chef kann die Nebent\u00e4tigkeit untersagen, und er wird es in aller Regel tun. Das ist der springende Punkt \u2014 bei einem Job in der B\u00e4ckerei h\u00e4tte er keine Handhabe, bei einer Nachbarpraxis schon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Realistische Auswege: eine Praxis mit klar anderem Schwerpunkt oder au\u00dferhalb des Einzugsgebiets, eine Reha-Klinik, ein Sportverein, betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung, Lehrt\u00e4tigkeit an einer Physio-Schule. Das entsch\u00e4rft das Problem, verkleinert aber den Markt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beim selben Arbeitgeber geht es nicht.<\/strong> Minijob und Hauptbesch\u00e4ftigung beim gleichen Arbeitgeber werden zusammengerechnet \u2014 dann sind es schlicht 90 % statt 80 %, ohne jeden Vorteil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>da sich in D sp\u00e4testens seit 1990 der Name Rechtsstat verbietet:Heute mal eine Rechnung mit Steuern. 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