{"id":712,"date":"2012-12-12T05:31:00","date_gmt":"2012-12-12T05:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.q-software-solutions.de\/blog\/?p=712"},"modified":"2014-07-02T07:13:25","modified_gmt":"2014-07-02T07:13:25","slug":"2te-besprechung-fur-den-grosten-raubzug-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.q-software-solutions.de\/blog\/2012\/12\/2te-besprechung-fur-den-grosten-raubzug-der-geschichte\/","title":{"rendered":"2te Besprechung f\u00fcr den &#8222;Gr\u00f6\u00dften Raubzug der Geschichte&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Kommentare zu EUREX enthalten den gr\u00f6\u00dften Fehler des Buches. Etwas weniger dramatisch und vielleicht nur \u00fcberspitz formuliert. &#8222;Derivate haben mit der eigentlichen Wirtschaft nichts mehr zu tun&#8220;. Es ist so, da\u00df fast alle Gesch\u00e4fte nicht mehr wirklich in Waren abgewickelt werden, es hat dennoch f\u00fcr die Wirtschaft auswirkungen.<\/p>\n<p>Annahme: Sie oder eine Bank h\u00e4lt eine Anzahl von Aktien. M\u00f6chte dies aber nicht verkaufen, aber etwaige Gewinne oder auch nur Preise heute sichern. Dann geht man zur Terminb\u00f6rse. Man kann sich dann heute zu einem heute festgelegten Preis f\u00fcr diese Aktien absichern. Da es eine &#8222;Versicherung&#8220; ist kostet das Geld, das ist bei einer Option die Optionspr\u00e4mie. Terminb\u00f6rsen verteilen also auch (aber nicht nur) das Risiko auf mehrere Beteiligte. Das ist nun mal der &#8222;Sinn&#8220; einer Versicherung.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss jemand bereit sein die Gegenposition einzunehmen. An der B\u00f6rse n\u00fctzen Ihnen keine Armeen etwas, entweder Sie finden jemanden oder Sie haben Pech gehabt.<\/p>\n<p>Nun zum eklatantesten Fehler des ganzen Buches.&nbsp; Im e-book um Position 2945 herum steht:<\/p>\n<p>&#8222;Ein Future ist eine Option, die schlicht und einfach niemals f\u00e4llig wird. Man wettet weiterhin, was ein Sack Weizen in einem Jahr kosten wird, schiebt aber den Termin immer weiter vor sich her.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist nicht ein l\u00e4sslicher Fehler sondern offenbart ein eklatantes Unverst\u00e4ndnis f\u00fcr Terminm\u00e4rkte. Das wirft auf die \u00dcberhebllichkeit die einem fast jedem Satz des Buches anlacht ein sehr schlechtes Bild. Entweder man wei\u00df was man kritisiert oder man ist einfach nur ein Aufschneider. <\/p>\n<p>Erst mal ist ein Future keine Option. Denn ein Future ist ein unbedingter Terminkontrakt. Was hei\u00dft das?<\/p>\n<p>Nun erwerbe ich eine Option dann erwerbe ich das Recht zu einem bestimmten Zeitpunkt (europ\u00e4ische) (oder einem bestimmten Zeitraum&nbsp; der Laufzeit der Option (amerikanische)) das zugrundeliegende Papier\/Gut zu erwerben (Call) oder zu verkaufen (Put).&nbsp;&nbsp; Man erwirbt das Recht, kann es aber auch verfallen lassen.<\/p>\n<p>Das geht beim Future nicht. Der Future muss von beiden Seiten erf\u00fcllt werden, es handelt sich eben um ein unbedingtes Termingesch\u00e4ft.&nbsp; Bei der Option muss nur derjenige der die Option begebe hat (Stillhalter) das Gesch\u00e4ft erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der Teil mit dem &#8222;einfach niemals f\u00e4llig&#8220; ist ebenfalls falsch. Ein Terminkontrakt legt heute die Handelsbedingungen f\u00fcr die Zukunft fest und hat neben dem zugrundeliegenden Gut auch eine F\u00e4lligkeit. Das gilt f\u00fcr Optionen wie f\u00fcr Futures. Es gibt kein &#8222;Termin vor sich her schieben&#8220;.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste fragw\u00fcrdige Absatz etwas weiter unten lautet:<br \/>&#8222;Waren- und Rohstoffterminkontrakte werden seit Jahrhunderten unter Kaufleuten, Bauern und Produzenten gehandelt&#8230; &#8230; gibt es Spekulanten, die mit der Preisentwicklung einen Reibach machen&#8220;<\/p>\n<p>Ganz abgesehen von der plakativen und schon fast proletarischen Ausdrucksweise (Arroganz gepaart mit Unwissen, ist noch etwa &#8222;l\u00e4stiger&#8220; als Arroganz allein).&nbsp; Nun die Autoren haben offenbar nicht \u00fcberlegt, wenn diese Dinge gehandelt wurden und dabei wurden Gewinne gemacht, war das &#8222;unbeabsichtigt&#8220;? Die Autoren beweisen nur eins Sie sehen bei den Termingesch\u00e4ften nur ein Seite die Sicht der Terminkontrakte als Versicherung ist den Autoren v\u00f6llig entgangen.<\/p>\n<p>Insgesamt habe ich den Eindruck an vielen Stellen, die Leute wollen einfach erst mal alles platt machen. Ob mit Fakten belegt oder nicht, egal den einen oder anderen Kraftausdruck wird man schon loslassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Teile \u00fcber die Staatsbankrotte sind etwas besser aber kommen niemals auf den Kern des ganzen Problems, n\u00e4mlich der beliebigen Vermehrbarkeit von Geld durch Zentral\/Gesch\u00e4ftsbanken. Mit einem gedeckten Geld und simplen Regeln wie, eine Bank darf nicht verleihen was Ihr nicht geh\u00f6rt, w\u00e4ren alle \u00dcbertreibungen so extrem nicht m\u00f6glich. Staaten k\u00f6nnten sich so ungestraft nicht verschulden.<\/p>\n<p>Dennoch die besten Kapitel des Buches sind die von 25 &#8211; 32. Es geht hierbei um die M\u00f6glichkeit von Staatsbankrotten und wer wirklich &#8222;bankrott&#8220; geht.<\/p>\n<p>Wenn der Euro besprochen wird, wird wieder nur etwas herunter geschrieben. Unter andrem nat\u00fcrlich die &#8222;Abwertungsm\u00f6glichkeiten&#8220; mit einer eigenen W\u00e4hrung. Die Autoren haben es wieder nicht kapiert. Im Augenblick sch\u00fctzt der Euro speziell die \u00e4rmeren L\u00e4nder (vielmehr deren B\u00fcrger) vor der alleinigen Staatswillk\u00fcr Ihres Apparates. G\u00e4be es morgen in Griechenland keinen Euro mehr, w\u00e4ren die Griechen \u00fcbermorgen um mehr als die H\u00e4lfte Ihres Verm\u00f6gens gebracht. Nach der erfolgten Pleite d\u00fcrfte sich dann das Verm\u00f6gen auf ein Zehntel es urspr\u00fcnglichen Wertes verringern. Die Autoren beschreiben zwar lang und breit das Problem der Geldsch\u00f6pfung der Banken, ziehen aber nicht wirklich die Konsequenzen dieses leeren Versprechungen abzuschaffen. Mit einer gedeckten W\u00e4hrung, ist ein Geldsch\u00f6pfung in derartigem Umfang nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Kapitel 41 ist ebenfalls in der Analyse zutreffend. N\u00e4mlich das ein System exponentiellen Wachstums nicht auf Dauer funktionieren kann, zieht aber wieder nicht die richtigen Schl\u00fcsse und in Kapitel 42 versteigen sich die Autoren sogar zu:<\/p>\n<p>&#8222;Selbst alle gro\u00dfen westlichen Demokratien sind gnadenlos verschuldet und somit von den Betreibern des privaten Finanzsystems schlicht und einfach abh\u00e4ngig&#8220;<\/p>\n<p>Nun es gibt kein &#8222;privates Finanzsystem. Wir Deutsche sind vom Staat gezwungen mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel zu zahlen und das ist ein Euro. Es gibt f\u00fcr Sie keine M\u00f6glichkeit eine anderes Geld f\u00fcr sich zu benutzen. Sie k\u00f6nnen die Bezahlung Ihrer Guthaben nicht in etwa anderem verlangen als Papier. Egal von welcher Nation.<\/p>\n<p>Die Autoren machen es sich ganz einfach. Die Banken sind schuld, und der Staat wird nur von den Banken &#8222;erpresst&#8220;. Das ist ja so sch\u00f6n bequem und man hat gleich den B\u00f6sewicht, der nat\u00fcrlich Kapital hei\u00dft. Das Banken von den Staaten mit Gesetzen flankiert werden zu betr\u00fcgen, Schwamm dr\u00fcber. Das der Staat fast wertlose Zellulose als Geld definiert, Schwamm dr\u00fcber. Und damit schlie\u00dfe ich mein Kommentar auch zu diesem Buch:<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: x-large;\">Schwamm dr\u00fcber.&nbsp;<\/span><span style=\"font-size: x-large;\"> <\/span><\/div>\n<p>Es hat mich Geld gekostet, was ich besser nicht ausgegeben h\u00e4tte. Aber dann w\u00e4ren Sie vielleicht nicht so schlecht oder gut mit meinen Kommentaren unterhalten worden \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kommentare zu EUREX enthalten den gr\u00f6\u00dften Fehler des Buches. Etwas weniger dramatisch und vielleicht nur \u00fcberspitz formuliert. &#8222;Derivate haben mit der eigentlichen Wirtschaft nichts mehr zu tun&#8220;. 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