Herr Baumgartner – das war/ist Spitze

Gefunden auf Facebook: https://www.facebook.com/FelixBaumgartner/posts/10155285110328804:0
Und noch mal um es klar zu stellen. Da hat Herr Baumgartner auf Facebook unter seinem Account gepostet: https://www.facebook.com/FelixBaumgartner/?fref=nf

Das ist so genial, das ich es hier zitieren muß:
“WIR SUCHEN MODELS, KEINE MOPPEL!

Liebe Corinna Milborn,
vielen Dank für Ihre mediale Aufmerksamkeit, gespickt mit internationaler Berichterstattung, nachdem ich auf eine künstlich generierte Empörungswelle und Ihre Aussage betreffend dem Werbesujet eines Unterwäscheherstellers, in zugegebenermaßen doch recht provokanter Art und Weise, reagiert habe. Danke auch für die Einladung in Ihre Sendung „Pro und Contra“ auf PULS4, um über mein Frauenbild zu diskutieren.

Ihren Wunsch mich an den Eiern (um bei der von Ihnen gewählten Wortwahl zu bleiben) zu packen, um mich durch eine Arena von vorgefertigten Einspielern und einer senderkonform selektierten Expertenrunde zu schleifen, kann ich durchaus nachvollziehen. Zu groß muss die Verlockung sein, die Trophäe eines zur Strecke gebrachten Baumgartners bei sich im Büro hängen zu haben und sich am tobenden Beifall vieler anderer Doppelmoralisten zu erfreuen. Wie wichtig Ihnen das zu sein scheint, beweisen Sie ja eindrücklich auf Ihrem Twitter Account, wo Sie eifrig jede Berichterstattung in dieser Causa, ja fast schon einer Obsession gleichkommend, teilen. So etwas nennt man Selbstbefriedigung in den sozialen Netzwerken.

Geben Sie sich sportlich Frau Milborn und probieren Sie es doch mal mit einem Auswärtsspiel. Eventuell hat ja Servus TV Interesse an einer Diskussionsrunde mit Ihnen, meiner Wenigkeit, dem Markenting Verantwortlichen von Plamers und stellvertretend eine der sechs Models, die Sie causal mit Ihrer Kritik am Palmers Foto diffamiert haben. Oder beanspruchen Sie als Mitglied der Geschäftsleitung von PULS 4, die mit Sicherheit hohe Zuseherqote lieber für den eigenen Sender? Dann sind Sie erst recht unglaubwürdig, denn Sie als selbsternannte Schutzpatronin der Frauenrechte, sollten keine Gelegenheit auslassen, für dieses gesellschaftlich hohe und wichtige Gut zu kämpfen.

Ausserdem wünsche ich mir vorab eine kritische Auseinandersetzung auf Ihrem Sender (objektive Expertenrunden und eine eigene Sendereihe) mit der Rolle und zum Einfluss des Senders PULS4 auf das Selbstbild und Selbstwertgefühl von jungen Frauen in Österreich. Mit Sendungen wie „Austria’s next Topmodel“ hat PULS4 und im Gleichklang mit den Sendungen der Muttergesellschaft ProSiebenSat.1 wesentlich mehr nachhaltigen Einfluss auf alle Frauen da draußen, als ein Posting von mir, wenngleich ich mir meiner Breitenwirkung auch bewusst bin.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch gut an Aussagen wie „Wir suchen Models, keine Moppel“, „sie ist kein Modeltyp, sondern was für den Playboy“ oder „in Kärnten rennen die Mädels rhinozerosmäßig über den Catwalk“ die von führenden Charakteren der Sendung „Austria’s next Topmodel“ den Teenagern an den Kopf geknallt wurden. (siehe Quellenverweise)

Wie passend dabei auch Ihre Aussage Frau Milborn in Ihrem ausführlichen Facebook-Post dazu ist:
„Das passiert Frauen dauernd, und es trifft alle: Zu hübsch um ernst genommen zu werden, zu blond um gescheit zu sein, zu sexy oder zu unweiblich, zu stark geschminkt oder zu hässlich, zu dünn oder zu dick, zu alt oder zu dunkelhäutig (oder mit der falschen Figur um eine Meinung zu äußern – was, mit Verlaub, wirklich zum deppertsten gehört).“

Demnach könnte man auch die These aufstellen, dass eine einzelne von PULS4 ausgestrahlte Folge „Austria’s next Topmodel“ so viel Sexismus, wie alle Palmers-Plakate der letzten 100 Jahre enthält. Junge Frauen, die kaum mehr als ein “Osterhöschen” anhaben, werden dabei zur Unterhaltung des Zuschauers gedemütigt und darüber hinaus wird ihnen dann noch durch die vom Sender ausgewählten „Experten“ dargelegt, wie „sexy“ zu sein hat.

Dahingehend bin ich der Meinung, dass etwas kritische Selbstreflektion bzw. Vergangenheitsaufarbeitung dem Sender PULS4, als auch Ihnen in Ihrer Rolle als neues Mitglied der Geschäftsführung – wozu ich Ihnen herzlich gratulieren möchte – in Form einer eigenen Sendungsreihe gut tun würde.

Dasselbe werde dann auch ich für mich tun, um meinen Teil beizutragen bzw. auch kritisch zu hinterfragen, welche Medien ich in Zukunft noch konsumieren soll, damit mein Frauenbild nicht durch Sendungen wie „Austria’s next Topmodel“ nachhaltig in eine negative Richtung beeinflusst wird.

Es sei angemerkt, dass ich in meiner bisherigen Laufbahn vielfach mit sehr erfolgreichen, intelligenten und gleichzeitig auch herzhaften Frauen, wie etwa in Form von Ausbildnerinnen im Zuge meiner Flugausbildung zu tun habe und hatte und absolut kein Problem habe, zu Frauen aufzuschauen.

Meine Freundin ist ein gefeierter Fernsehstar in ihrer Heimat, wurde fünf Jahre infolge zur Frau des Jahres gewählt, hat mehrere Bestseller geschrieben, war Kriegsberichterstatterin in Afghanistan und spricht fliessend fünf Sprachen. Sie ist somit alles andere als ein Dekorationsobjekt, das den Mund halten soll, wie Sie mir in Ihrem Interview mit der ZEIT ONLINE voreingenommen unterstellen.
Auch im alltäglichen Leben habe ich mit vielen Frauen zu tun, die meinen, nicht immer alltäglichen Humor, verstehen und locker nehmen.

Mir jedoch Sexismus und Frauenfeindlichkeit zu unterstellen ist grenzwertig, ja fast schon pervers. Das Schwingen der Sexismuskeule ist ja mittlerweile zum Standardrepertoire vieler geworden. Jedoch vermisse ich dabei ein Hinterfragen der eigenen Verantwortung jener, die den großen Medienhäusern angehören, welche großes Kapital aus den leichtbekleideten jungen Frauen schlagen und diese ebenso zu Werbeobjekten degradieren.

Mir ging es vor allem darum, mit einer polarisierenden Aussage auf diese aktuell herrschende Doppelmoral in der Medienlandschaft hinzuweisen.

Es wirkt verstörend Frau Milborn, wenn Sie einerseits für Frauenrechte kämpfen und gegen Sexismus sind und andererseits die Musikerin Madonna ein Leben lang bewundert haben.
Nicht wegen ihrer Musik, wie Sie selber auf Ihrer Facebook Seite schreiben, warum also dann? Wegen ihrer Sexexzesse, live masturbieren auf der Bühne oder ihrem letzten Skandal in Australien, wo Madonna ein 17-jähriges Mädchen auf die Bühne holte und zum Publikum sagte: “Sie ist so ein Mädchen, wo man einfach nur auf den Arsch hauen möchte.” Anschließend zog sie am Top des Mädchens und legte damit ihren Busen frei.

Wollten Sie nicht genau dagegen kämpfen?

Sie sollten sich entscheiden, entweder billiger Kommerz ihrem Sender zuliebe oder echter Kampf für Frauenrechte.
Enttäuschen Sie uns bitte nicht…

Herzlichst Ihr
FELIX BAUMGARTNER

Dieser Artikel darf nur mit Hinweis auf meinen Facebook Account veröffentlicht werden.
Sollte mein Facebook Account zwischenzeitlich gesperrt werden,
wird der gesamten Artikel auf meinem Blog www.felixbaumgartner.com veröffentlicht.

Foto: F. Baumgartner

Quellenverweise:
“Wir suchen Models, keine Moppel” (NEWS)
https://www.news.at/a/wir-models-moppel-das-14-topmodel-anw…
„Modelsuche oder Krimis“ (Wiener Zeitung)
http://www.wienerzeitung.at/…/31028_Modelsuche-oder-Krimi.h…
“Welchen Platz sieht so jemand für Frauen in der Gesellschaft?” (ZEIT Online)
http://www.zeit.de/…/sexismus-corinna-milborn-felix-baumgar…
Auf der Bühne: Madonna entblößt Busen von Fan
http://www.focus.de/…/madonna-die-skandale-nehmen-kein-ende…
Facebook: Corinna Milborn
https://www.facebook.com/corinna.milborn/posts/14050868561828”

Ein Gedanke zu „Herr Baumgartner – das war/ist Spitze

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