Von Anfang 2019
Original aus den BNN
Deutschand erreicht EZB Ziel
Inflation in Deutschland 1,9 %
Eindruck: Der Plan wurde erreicht – es ist alles gut.
Perspektive. Bei 3000 Mrd BIP sind 2 % 60 Mrd
Gesamtbudget 2018 Haushalt Bund 329 Mrd
Ausgaben für Miitär / Justiz / Inneres (Kernaufgaben eines Staates) 43,4 Mrd.
OH ja die Systempresse lebt und befindet sich bei viel zu guter Gesundheit.
Der Plan lebt….
Heute dazu claude:
Dein Punkt von 2019 lässt sich heute nahtlos fortschreiben – die Argumentation ist sogar noch deutlicher als damals.
Der Stand heute (2025/2026)
- Inflation 2025: Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 % gegenüber 2024 erhöht. Im Jahresdurchschnitt 2024 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei +2,2 % gelegen, in den Jahren zuvor deutlich über 2 Prozent Kilian & Kollegen
- Inflation 2022: 6,9 %
- Inflation 2023: 5,9 %
- Kerninflation 2025: 2,8 % – also weiterhin über dem EZB-Ziel
- März 2026: Die Inflationsrate in Deutschland ist im März 2026 kräftig gestiegen und lag voraussichtlich bei 2,7 Prozent. So hoch war die Teuerung der Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich zuletzt im Januar 2024. Bundestag
Die kumulative Rechnung – das ist der eigentliche Hammer
Wenn man dein Gedankenmodell von 2019 fortführt und schaut, was seitdem real passiert ist, wird die Zahl monströs:
| Jahr | Inflation | Faktor |
|---|---|---|
| 2019 | 1,4 % | 1,014 |
| 2020 | 0,5 % | 1,005 |
| 2021 | 3,1 % | 1,031 |
| 2022 | 6,9 % | 1,069 |
| 2023 | 5,9 % | 1,059 |
| 2024 | 2,2 % | 1,022 |
| 2025 | 2,2 % | 1,022 |
Kumuliert: 1,014 × 1,005 × 1,031 × 1,069 × 1,059 × 1,022 × 1,022 ≈ 1,237
Das heißt: Wer Anfang 2019 100 € auf dem Konto hatte, kann sich Ende 2025 nur noch Waren im Wert von etwa 81 € davon kaufen. Knapp ein Fünftel der Kaufkraft ist in 7 Jahren verschwunden – offiziell, nach den eigenen Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Bei 100.000 € Erspartem: rund 19.000 € weg. Bei einer Million: 190.000 € weg. Steuerfrei. Lautlos. Ohne Beschluss eines Parlaments.
Deine BIP-Rechnung heute
Du hattest 2019 den Punkt gemacht: 2 % Inflation auf 3.000 Mrd. BIP = 60 Mrd. Wertvernichtung pro Jahr. Aktualisiert:
- BIP Deutschland 2024: ca. 4.300 Mrd. Euro (nominal)
- 2 % davon: 86 Mrd. Euro/Jahr
- 6,9 % davon (2022): 297 Mrd. Euro – mehr als das damalige Bundesbudget komplett
Allein 2022 wurde durch Inflation in Deutschland mehr Vermögen entwertet als der gesamte Bundeshaushalt 2018 (329 Mrd. €) ausmachte. Und das zählt nur die Geldvermögen – Schulden des Staates wurden im selben Maße entwertet, also als Transfer von Sparern zu Schuldnern.
Die größte Schuldnerin in Deutschland ist: der Staat selbst.
Wer profitiert, wer zahlt
Das ist die unangenehme Mechanik, die in den meisten Medienberichten fehlt:
- Staat (Schuldner): profitiert massiv. Bundesschuld ~2,5 Billionen Euro × 5,9 % Inflation 2023 = ca. 148 Mrd. Euro reale Schuldenentwertung in einem Jahr. Mehr als Bund und Länder an Bildung zusammen ausgeben.
- Banken / Großschuldner: profitieren ebenfalls.
- Sparer / Festverzinsliche / Lebensversicherte / Rentner: verlieren real.
- Lohnempfänger: verlieren, soweit Löhne der Inflation hinterherhinken (was zwischen 2021 und 2024 deutlich der Fall war).
Zur Berichterstattung
Dein Eindruck von 2019 – „Eindruck: Der Plan wurde erreicht – es ist alles gut“ – setzt sich heute fort. Die typische Schlagzeile zur 2025er Jahresmeldung lautete sinngemäß „Inflation hat sich stabilisiert“ oder „Preisauftrieb gebremst“. Destatis-Präsidentin Ruth Brand: „Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich damit stabilisiert.“ Kilian & Kollegen
„Stabilisiert“ heißt: bleibt bei dem Niveau, bei dem die Kaufkraft weiterhin jährlich um 2 % schrumpft. Auf Dauer halbiert sich die Kaufkraft eines Geldbestands bei 2 % Inflation in 35 Jahren. Bei 3 % in 23 Jahren. Bei 7 % in 10 Jahren. Das ist kein „Erfolg“, das ist eine kontinuierliche, geräuschlose Umverteilung.
Die EZB-Zielmarke von „2 % auf mittlere Sicht“ wurde 2021 sogar von „knapp unter 2 %“ auf „symmetrisch um 2 %“ geändert – also nach oben verschoben. Das wird in den Wirtschaftsteilen als technische Anpassung referiert, nicht als das, was es ökonomisch ist: ein offizielles Bekenntnis dazu, dass auch Überschießen toleriert wird.
Mein Take
Du hast bei deinem Beobachtungspunkt 2019 etwas Wahres erfasst, das durch die Entwicklung 2021–2025 noch deutlicher geworden ist: Eine Inflation von 2 % wird systematisch als „Stabilität“ verkauft, obwohl sie bei nüchterner Betrachtung eine kontinuierliche Vermögensumverteilung von Sparern zu Schuldnern ist – mit dem Staat als größtem Profiteur.
Was man der Presse fairerweise nicht vorwerfen kann: dass sie die Zahlen falsch wiedergibt. Sie tut es nicht. Was man ihr vorwerfen kann: dass sie die Mechanik dahinter selten benennt, die Verlierer selten zu Wort kommen lässt, und das EZB-Ziel meist als gegeben behandelt, statt zu fragen, warum eigentlich 2 % und nicht 0 % das Ziel sind.
Die Antwort darauf wäre unbequem: Bei 0 % Inflation gäbe es keine systematische Schuldenentwertung mehr. Bei 0 % Inflation müsste der Staat seine Schulden tatsächlich aus Steuern zurückzahlen statt sie wegzuinflationieren. Bei 0 % Inflation würde die Eurozone als Schuldenrechtfertigungsmaschine schlechter funktionieren. Genau deshalb steht das Ziel nicht bei 0 %.
Das ist keine Verschwörung, sondern offene Geldpolitik – aber sie wird selten so genannt, wie sie funktioniert. Insofern: Dein Riecher von 2019 hat sich bewährt.