Zitate mit Kommentaren

aus den BNN vom 27.04.2010 Kommentator: Martin Ferber.

“Es ist das bittere Ende eines jahrzehntelangen Selbstbetrugs und einer finanzpolitischen Fata Morgana. Man wollte in den Hauptstädten nicht wahrhaben, dass man eine Gemeinschaftswährung nicht ohne ein Mindestmaß an gemeinsamer Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Sozialpolitik einführen kann, man streute den Bürgern Sand in die Augen, als man versprach, kein Land werde für die Schulden eines anderen haften. Nun treten die Geburtsfehler des Euro offen zu Tage, nun gibt es kein beschönigen mehr: Berlin haftet für Athen. Das ist das Wesen einer Gemeinschaftswährung.

Hervorhebungen von mir. Also die Politiker haben Mist gebaut und statt den Mist zu korrigieren geben wir Ihnen noch mehr Macht (europäisches Parlament?) und natürlich ohne mit der Wimper zu zucken, so viel Geld wie nötig.

Es geht aber noch weiter:
“Jammern und Wehklagen ist gerad in Deutschland fehl am Platze”. Als stärkste Wirtschaftsmacht Europas hat die Bundesrepublik von der Gemeinschafstswährung wie kein zweites Land profitiert, …

Lies. Weil wir fleißig waren und konkurrenzfähiger als die Anderen sind wir natürlich verpflichtet den weniger konkurrenzfähigen unter die Arme zu greifen. Nun ja geflissentlich übersehen wurde wohl, daß Deutschland wohl schon immer der größte Nettozahler war. Das die Deutschen lieber die DM behalten hätten, sch… drauf denn:

“weil der Euro die inenreuropäischen Währungsschwankungen beseitigte und die deutschen Exporte begünstigte.”

was uns ja zu DM Zeiten nicht daran hinderte auch damals der größte Exporteur zu sein…

Und dann kommmt die Keule:
“Die Handelsbilanzüberschüsse wurden innherhalb der Euro-Zone teuer erkauft: Mit den Schulden aller anderen Staaten….

Oh ja Deutschland ist ja so schuldenfrei und natürlich ist es nicht die Schuld der Politiker in den anderen Ländern schlecht zu wirtschaften…. Dieser Mann “versteht” sein Handwerk und es geht noch grausamer weiter:

“Dieses System konnte auf Dauer nicht gut gehen, als Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist es nun dabei zu implodieren”.

Es steht jedem seine Vorstellung frei, in diesem Fall, wurde aber soviel Unfug verzafpt, daß es schon einen traurigen Rekord darstellt. Ich schlage vor dem Herr Federer sein Gehalt zu kürzen, weil er ja womöglich zu erfolgreich sein könnte. Andere Kommentatoren müssten sich ja Ihrer schämen bei einer so stringenten Diskussion.

Ich behaupte mal dieser Kommentar ist das bisher Schlechteste, Konfuseste und Verlogenste, was ich bisher in mehr als 20 Jahren Zeitungsleserzeit gelesen haben.
Er vermischt alles was man nur bekämpfen kann in unvergleichlicher Dichte. Zentalregierung = gut, aber klar, schlecht wirtschaften muß belohnt werden, aber klar.

Man beachte wir alles Werte die es gibt mit den Füssen getreten werden.
– wirtschaftlich erfolgreich sein geht nur auf Kosten von Anderen
– wirtschaftlich erfolgreich sein ist schlecht
– gutes Wirtschaften ist schlecht, da ja nicht alle gut wirtschaften können, also orientieren wir uns bitte an den Schlechtesten.
– schlechtes wirtschaften gibt es nicht, man kann nur schlecht wirtschaften wenn andere gut wirtschaften sozusagen auf den Kosten der schlecht wirtschaftenden.
– wenn Poliker Mist machen ist das gar nicht schlimm, wir müssen Sie nur mit mehr Rechten ausstatten.

Es ist so unsäglich mies, daß ich froh, bin, daß meine Frau der Abonnent ist. Wäre ich es hätte die BNN morgen meine Kündigung auf dem Tisch. Mit solchen Kommentatoren hat sich die BNN aus wirtschaftlicher Sicht so etwas von disqualifiziert. Das einzige was mich noch wunder ist warum Sie diese Pamphlet nicht Schwarz/gelbe Gutmenschenzeitung nennen.

12 Gedanken zu „Zitate mit Kommentaren

  1. Rayson

    @Anonym

    “Alle Statistiken zeigen klar nach unten… natürlich nicht die Lohnkosten, aber die Reallöhne sind negativ, die Lohnstückkosten sind negativ, die Produktivität steigt und der Einzelhandelsumsatz sinkt sowie der private Konsum ist am EU Ende…”

    1. Zum letzten Mal: Eine Veränderung sagt nichts aus über die absolute Position. Nach der mir bekannten jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamts steht Deutschland mit den Kosten pro Arbeitsstunde im verarbeitenden Gewerbe in Europa an dritter Stelle, nach Belgien und Dänemark.
    2. Eine Verringerung des Nettolohns hilft keinem Unternehmen, wenn sie nicht mit einer Verringerung der Lohnkosten verbunden ist.

    “Bitte belege mir diese Behauptung anhand von Statistiken und Zahlenreihen.”

    1. Du wirst keinen ernstzunehmenden Ökonom finden, ob Keynesianer oder Monetarist, der den Zusammenhang zwischen Lohn und Produktivität in Abrede stellt.

    2. Da sich in einer gegebenen Wirtschaft kein Effekt alleine einstellt, sondern sich stets gleichzeitig mehrere Parameter verändern, kann man über Statistiken und Zahlenreihen viel zeigen, aber nur wenig erklären (berühmtes Beispiel: Zahl der Störche korreliert mit Zahl der Geburten, also bringen die Störche die Babys).

    Die Auswirkungen der Veränderung einzelner Parameter müssen in wissenschaftlichen Studien untersucht werden, und zum Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Beschäftigung gibt es eine Reihe davon. Die Mehrzahl davon kommt im Ergebnis zu den beschriebenen negativen Auswirkungen.

    “Dienstleistungsbereich ausbauen? Was soll das bitte genau bedeuten, wie soll das geschehen und vor allem was soll es helfen?”

    Wie: Über eine Deregulierung des Arbeitsmarkts, Marktlöhne und Entlastung von Abgaben.
    Was soll es helfen: Mehr Menschen in Arbeit bringen.

    “Bitte werd mal konkret, damit ich dir folgen kann.

    Meines Wissens ist nur eines in Deutschland in jüngerer VErgangenheit am steigen und das ist der Niedriglohnsektor.”

    Du scheinst etwas eigenartige Vorstellungen davon zu haben, in welchen Zeiträumen Struktureffekte wirken und welches Ausmaß von Veränderungen über welchen Zeitraum erforderlich ist, damit sie eintreten. Die Basis für die Exportfixierung ist spätestens ab den 70er Jahren gelegt worden und seitdem haben wir einen nur vorübergehend durch die unmittelbaren Auswirkungen der Integration der DDR unterbrochenen Trend, der z.T. mit dem Euro, aber zu großen Teilen auch mit der als “Globalisierung” bekannten Entwicklung zu tun hat.

    “in welche “hochproduktive Nischen gedrängt, die nur über den Export funktionieren” haben die Gewerkschaften Arbeit gedrängt?
    Bitte werd mal konkret, damit ich dir folgen kann.”

    Schau dir die im Export starken Branchen an, z.B. den Anlagen- und Maschinenbau, dann siehst du es.

    “Und wie bitte soll eine steigende Binnennachfrage bei sinkendem Lohnniveau erfolgen, kannst du mir das mal erklären? “

    Klar, mache ich gerne. Ein hohes Lohnniveau hast du auch dann, wenn nur einer arbeitet und fürstlich bezahlt wird. Für den Einfluss auf die Nachfrage muss ich die Lohnsumme ermitteln, und die hängt nun einmal auch davon ab, wieviele Menschen überhaupt einen Lohn beziehen.

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  2. Anonymous

    @friedrich

    “Wir sprachen von Staatsquote, nicht von Sozialleistungen… und auch die Sozialleistungen sind laut deinem Link gefallen. “

    Das haben Sie wohl in der falschen Spalte nachgeschaut.

    Nein, das habe ich nicht… ich habe sehr klar gemacht daß ich mich auf die jüngere Entwicklung beziehe, nicht die langfristige und seit 2002 sind alle Zahlen rückläufig…

    http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_76884/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/Monatsbericht__des__BMF/2009/03/statistiken-und-dokumentationen/finanzwirtschaftliche-entwicklung/tabellen/Tabelle__S11.html

    Und was deine zahlen für Griechenland angeht bin ich mehr als enttäuscht, daß du offenbar einen Nebensatz aus einem Springer-Blatt (die gerade offen damit glänzen sehr gern falsche zahlen zu dem Thema zu streuen) als basis zu nehmen.

    Es ist wirklich schwer infos zu finden, da Griechenland auffallend oft ausgelassen wird. Aber in diversen ähnlichen Statistiken liegt Griechenland meist etwas über EU Schnitt… siehe auch hier:

    http://books.google.de/books?id=d_4LdHAs5_YC&pg=PA59&lpg=PA59&dq=&source=bl&ots=-HGS7bsvXu&sig=Nq7oXHqB4uC5aLWq5qRyB2D7nZ0#v=onepage&q&f=false

    Da liegt Griechenland sogar direkt hinter Deutschland. Zugegeben sind die Zahlen von 2000 aber ich bezweifle, daß sich das mal eben verdoppelt hat.

    Kurzum… ich halte den großteil der Infos die über Griechenland rumgehen für ziemlich einseitige Propaganda und glaube nichts mehr ohne eine nachvollziehbare Statistik.

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  3. Anonymous

    @rayson
    “1. Ein Reallohnrückgang ist kein “Lohndumping”. Deutschland hat im verarbeitenden Gewerbe (und darum geht es bei den Exporten) nach wie vor mit die höchsten Lohnkosten in Europa.”

    Wie bitte? Was bist du denn für ein VWLer? Alle Statistiken zeigen klar nach unten… natürlich nicht die Lohnkosten, aber die Reallöhne sind negativ, die Lohnstückkosten sind negativ, die Produktivität steigt und der Einzelhandelsumsatz sinkt sowie der private Konsum ist am EU Ende…

    http://www.jjahnke.net/index_files/15105.gif

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/Publikationen/STATmagazin/VolkswirtschaftlicheGesamtrechnungen/Lohnstueckkosten,templateId=renderLarge.psml

    http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_44_2009.pdf

    http://www.jjahnke.net/index_files/12191.gif

    Dass die Masse der Deutschen momentan zu den Verlierern gehört zeigt auch das hier:

    http://www.jjahnke.net/index_files/14174.gif

    Und last but not least um die von mir ins Spiel gebrachte Korrelation des Euros mit Deutschlands Export zu zeigen:

    http://www.jjahnke.net/index_files/15109.gif

    Die Ausweitung von Niedriglohn, Hartz-Zuschüssen und Zeitarbeit spricht ein weiteres Wort dazu.

    Wie kommst du zu der Behauptung daß das kein Lohndumping ist?

    “2. Die Empfehlung zu Lohnzurückhaltung hat in erster Linie nichts mit Exporten zu tun, sondern mit dem Erhalt bzw. der Schaffung von Arbeitsplätzen. Lohnerhöhungen oberhalb des Produktivitätswachstums (abzüglich “Entlassungsproduktivität”) kosten nämlich Arbeitsplätze, Lohnerhöhungen darunter schaffen welche. Das gilt für geschlossene Volkswirtschaften wie für offene.”

    Bitte belege mir diese Behauptung anhand von Statistiken und Zahlenreihen. Desweiteren sind es Leute wie Sinn, die ständig die deutschen Löhne in Bezug zu anderen Ländern setzen, was nur für Exportbranchen Sinn macht. Die Lohnzurückhaltung zeigt im deutschen Binnenmarkt eben klare Deflationstendenzen.
    Auch hier gilt wieder mal “Autos kaufen keine Autos”.

    “3. Die einseitige Exportfixierung ist in der Tat schlecht. Ich schließe mich zur Überwindung dieses Zustands den Forderungen an, die im “Economist” seit Jahr und Tag erhoben werden: Dienstleistungsbereich ausbauen, Arbeitsmärkte flexibilisieren. Das Problem ist nur: Die “Produktivitätspeitsche”, wie die deutschen Gewerkschaften lange stolz ihre Lohnpolitik genannt haben, hat in Deutschland über Gebühr Arbeitsplätze in hochproduktive Nischen gedrängt, die nur über den Export funktionieren. Wenn diese Ressourcen zur Befriedigung von Binnennachfrage umgeleitet werden sollen, dürfte das nicht ohne weitere Absenkung des Lohnniveaus funktionieren.”

    Ich kann dir über weite Strecken nicht ansatzweise folgen.

    1.Dienstleistungsbereich ausbauen? Was soll das bitte genau bedeuten, wie soll das geschehen und vor allem was soll es helfen?

    2. in welche “hochproduktive Nischen gedrängt, die nur über den Export funktionieren” haben die Gewerkschaften Arbeit gedrängt?
    Bitte werd mal konkret, damit ich dir folgen kann.

    Meines Wissens ist nur eines in Deutschland in jüngerer VErgangenheit am steigen und das ist der Niedriglohnsektor.

    Und wie bitte soll eine steigende Binnennachfrage bei sinkendem Lohnniveau erfolgen, kannst du mir das mal erklären?

    Antworten
  4. Friedrich

    Zahlen zu Griechenland, habe ich so wie für Deutschland noch nicht gefunden abe auf:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article6483212/Griechenland-sagt-der-Korruption-den-Kampf-an.html

    Mehr als eine Million Menschen arbeiten für den Staat – jeder vierte arbeitsfähige Grieche.

    Ich habe außerdem noch mehrere Stellen gefunden wo geschrieben wird im öffentlichen Dienst wird das Doppelte wie in der Privatwirtschaft verdient.

    “Das ganze ist ein Selbstzweck geworden mit dem wir inzwischen unsere Nachbarn massiv beschädigen mit denen wir doch angeblich in eine “Union” eingegangen sind.”

    Dazu kann ich nur sagen, offenbar möchten es die Leute kaufen und bezahlen “freiwillig” unsere Preise. Daran kann ich nichts Verwerfliches finden.

    “Wir sprachen von Staatsquote, nicht von Sozialleistungen… und auch die Sozialleistungen sind laut deinem Link gefallen. “

    Das haben Sie wohl in der falschen Spalte nachgeschaut.

    Antworten
  5. Rayson

    “Gleichenfalls ist diese Entwicklung mit Einführung des Euro angezogen, sowohl die Reallöhne als auch die Aussenhandelsbilanz haben da einen klaren Knick nach unten bzw. oben.
    Sind sicher alles nur Zufälle, und die Frage bleibt dann auch, warum wird in Deutschland ständig Lohnzurückhaltung gepredigt wenn das doch gar nicht der Faktor für unseren Export ist weil Deutsche Produkte ja so super sind daß sie nie wegen dem Preis gekauft werden.
    Egal ob es nun die amerikanische Verschuldung und das Aussenhandelsdefizit oder die Reallohnentwicklung sind. Unsere Exportfixierung ist nicht haltbar und alle Binnenmarktzahlen sind mies, ich sehe da grosse Probleme auf uns zukommen wegen dieser einäugigen Politik.”

    1. Ein Reallohnrückgang ist kein “Lohndumping”. Deutschland hat im verarbeitenden Gewerbe (und darum geht es bei den Exporten) nach wie vor mit die höchsten Lohnkosten in Europa.

    2. Die Empfehlung zu Lohnzurückhaltung hat in erster Linie nichts mit Exporten zu tun, sondern mit dem Erhalt bzw. der Schaffung von Arbeitsplätzen. Lohnerhöhungen oberhalb des Produktivitätswachstums (abzüglich “Entlassungsproduktivität”) kosten nämlich Arbeitsplätze, Lohnerhöhungen darunter schaffen welche. Das gilt für geschlossene Volkswirtschaften wie für offene.

    3. Die einseitige Exportfixierung ist in der Tat schlecht. Ich schließe mich zur Überwindung dieses Zustands den Forderungen an, die im “Economist” seit Jahr und Tag erhoben werden: Dienstleistungsbereich ausbauen, Arbeitsmärkte flexibilisieren. Das Problem ist nur: Die “Produktivitätspeitsche”, wie die deutschen Gewerkschaften lange stolz ihre Lohnpolitik genannt haben, hat in Deutschland über Gebühr Arbeitsplätze in hochproduktive Nischen gedrängt, die nur über den Export funktionieren. Wenn diese Ressourcen zur Befriedigung von Binnennachfrage umgeleitet werden sollen, dürfte das nicht ohne weitere Absenkung des Lohnniveaus funktionieren.

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  6. Anonymous

    “Wenn die Zahlen von hier stimmen
    haben wir ca 45 Millionen Erwerbstätige und ca 4,5 Millionen im öffentlichen Dienst das sind ungefähr 10%. Natürlich müssen andere noch Zwangsarbeiten für den Staat leisten, und dafür auch noch berappen aber. Wenn es bei den Griechen mehr als doppelt so viele sind dann ist das offenbar nicht gesund.”

    Wir haben knapp 13,5% Beschäftigte im Staatsdienst, die USA haben fast 15,5%.

    http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Oeffentlicher__Gesamthaushalt/052__Der__Staat__wird__schlanker.html

    Nun beleg nochmal eben de Zahlen zu Griechenland, danke!
    All das ändert aber nix daran daß die Staatsquote, die Steuern, die Reallöhne sowie die Entlohnung der Beamten in Deutschneyland nach unten weisen. Also worum gehts dir denn jetzt?

    “Die Probleme Griechenlands können einen aber nicht überraschen wenn man sieht, wie speziell im öffentlchen Bereich mit Geld geast wurde…..”

    Wow, ja das ist neu was? Guck dir mal die U.S. Verschuldung seit Reagan an… sparsam sieht anders aus und ohne gäbe es auch unser Exportwunder nciht. Die Probleme sind nun wahrlich nicht Griechenland-spezifisch sondern generell und ich habe ein problem damit wie alle falsche Zahlen rausposauenen und so tun als würde den Griechen die Sonne aus dem Arsch scheinen obwohl die Löhne dort niedrig sind, die Renten von Staatsbediensteten frech auf die gesamte Bevölkerung extrapoliert werden obwohl alle Statistiken die Portugiesen und Griechen ganz vorne in den Armutquoten sehen.

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  7. Friedrich

    @Anonymous:
    Sie schrieben:
    “Unsere Exportfixierung ist nicht haltbar und alle Binnenmarktzahlen sind mies, ich sehe da grosse Probleme auf uns zukommen wegen dieser einäugigen Politik.”

    Ich weiß nicht was ich mit Exportfisierung anfangen soll. Warum sollen wir nicht mit anderen Ländern handeln?

    Wir sind nun mal ein verhältnismässig kleines Land. Wir haben aber nun mal offensichtlich Vorteile die ander dazu bewegen unser Sachen zu kaufen. Nehmen wir mal als Beispiel Amerika. Dort sagen sie “German cars are the best” und “träumen” davon sich einen dort sündteuren BMW xy zu kaufen. Also wenn diese Dinge offensichtlich nachgefragt werden,warum soll man sie dann nicht verkaufen?

    Zu
    “Ich kann erstens keine klare Korrelation von Wirtschaftsleistung oder Verschuldung und Staatsquote erkennen und zweitens ist das Geflenne eh absurd, da in Deutschland seit Jahren die Staatsquote sinkt”

    Dazu bitte zahlen, wie kann eine Staatsquote sinken wennwie in 2008/2009 Milliarden zustzlich an Staatsnachfrage besteht. Ich habe mal “gekrammt” und das hier gefunden:
    http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_76884/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/Monatsbericht__des__BMF/2009/03/statistiken-und-dokumentationen/finanzwirtschaftliche-entwicklung/tabellen/Tabelle__S11.html

    Die Tabelle zeigt m.e. ziemlich beindruckend wie man sich Sozialleistungen massivst ausgedehnt haben….

    Auch wäre es nett wenn Du die Statistien nenntest auf Die Du dich beziehst. Wenn in Griechenland jeer 4 te beim Staat “angestellt” ist dann sind das mit Sicherheit zuviel.

    Wenn die Zahlen von hier stimmen:
    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Arbeitsmarkt/content75/Eckwertetabelle,templateId=renderPrint.psml

    haben wir ca 45 Millionen Erwerbstätige und ca 4,5 Millionen im öffentlichen Dienst das sind ungefähr 10%. Natürlich müssen andere noch Zwangsarbeiten für den Staat leisten, und dafür auch noch berappen aber. Wenn es bei den Griechen mehr als doppelt so viele sind dann ist das offenbar nicht gesund.

    Die Probleme Griechenlands können einen aber nicht überraschen wenn man sieht, wie speziell im öffentlchen Bereich mit Geld geast wurde…..

    Antworten
  8. Anonymous

    Nur einige Zahlen zu einigen Aussagen hier:

    “Wir waren auch Exportweltmeister als die DM permanent unter Aufwertungsdruck stand. Und in Frankreich gehen Sie mit Angestellten durchaus noch “mieser” um als hier. Ich denke das kannst Du ruhig mal einen Franzosen fragen…”

    Ja, kann man, denn auch wenn bei den Franzosen vieles bergab geht, ihr Reallohnwachstum ist positiv, nur Deutschland liegt ganz am Ende uns ist negativ:

    http://www.eu-info.de/deutsche-europapolitik/Umfragen-Statistiken-Deutschland/reallohn/

    “Das Gequatsche von “deutschem Lohndumping” und “Absenkung der Sozialstandards” kann übrigens niemand ernst nehmen, der in der Lage ist, Vergleiche anzustellen. Deutsche Produkte waren nie billig und haben weltweit auch nicht den Ruf, billig zu sein.”

    Gleichenfalls ist diese Entwicklung mit Einführung des Euro angezogen, sowohl die Reallöhne als auch die Aussenhandelsbilanz haben da einen klaren Knick nach unten bzw. oben.
    Sind sicher alles nur Zufälle, und die Frage bleibt dann auch, warum wird in Deutschland ständig Lohnzurückhaltung gepredigt wenn das doch gar nicht der Faktor für unseren Export ist weil Deutsche Produkte ja so super sind daß sie nie wegen dem Preis gekauft werden.
    Egal ob es nun die amerikanische Verschuldung und das Aussenhandelsdefizit oder die Reallohnentwicklung sind. Unsere Exportfixierung ist nicht haltbar und alle Binnenmarktzahlen sind mies, ich sehe da grosse Probleme auf uns zukommen wegen dieser einäugigen Politik.

    “Offentsichtlich führt uns Griechenland nur vor was uns auch dräut wenn wir “immer mehr Staat” bekommen. “

    Nun,genau das führt uns Griechenland wohl nur vor wenn man ständig danach sucht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsquote

    Ich kann erstens keine klare Korrelation von Wirtschaftsleistung oder Verschuldung und Staatsquote erkennen und zweitens ist das Geflenne eh absurd, da in Deutschland seit Jahren die Staatsquote fällt und lustigerweise genau jezt wo Unternehmenssteuern chronisch gesenkt werden und der Staat sparen muß über angeblich maximale staatliche Eingriffe geheult wird.

    Antworten
  9. Friedrich

    @Rayson. Dein Kommentar hat mir gut gefallen. Es ist nur eine Sache die ich hinzufügen möchte, es könnte sein, daß der Euro für Normalogriechen den Unterschied zwischen totaler Ausbeutung durch ihre Politiker und Bürokraten und einen annehmbaren Leben ausmacht.

    Die Schulden Griechenlands verschwänden ja nicht, wennn Sie wieder eine Drachme hätten. Es wäre sogar noch schlimmer durch den wahrscheinlich hohen Abwertungsdruck würden die Schulden noch “weher” tun.

    Offentsichtlich führt uns Griechenland nur vor was uns auch dräut wenn wir “immer mehr Staat” bekommen.

    Frage ist nun wollen wir unseren “Führern” in dieses Schlamassel folgen oder die “Führer” begraben?

    Antworten
  10. Friedrich

    @anonym. Wir waren auch Exportweltmeister als die DM permanent unter Aufwertungsdruck stand. Und in Frankreich gehen Sie mit Angestellten durchaus noch “mieser” um als hier. Ich denke das kannst Du ruhig mal einen Franzosen fragen…

    Antworten
  11. Rayson

    Du hast recht, Friedrich: Der Kommentar geht von einem unvollständigen Szenario aus. Zum Beispiel vergisst er zu erwähnen, dass es seinen guten Grund hatte, dass gerade Länder wie Griechenland so erpicht darauf waren, der Währungsunion beizutreten, während der angebliche Profiteur Deutschland der Sache eher zögerlich gegenüberstand. Denn für die Schuldenstaaten schuf der Euro die Hoffnung, bei eigener exorbitanter Verschuldung doch nur europäische (=deutsche) Zinsen zahlen zu müssen und auch dann noch Geld zu kriegen, wenn die eigenen Kennzahlen grottenschlecht wurden. Das half dem Staat, durch Schuldenmachen weiter kräftig zu konsumieren, und da man für den eigenen Konsum nicht auch hinreichend selbst produzierte, musste man den Rest eben von außen holen. Ein Leistungsbilanzdefizit bewirkt immer einen Kapitalimport, so weit hat der Kommentator recht, aber das heißt noch lange nicht, dass der Staat durch eigenes indirekt europäisch abgesichertes Schuldenmachen quasi den Kreditrahmen der eigenen Volkswirtschaft über das Angemessene hinweg ausdehnt.

    Da sich in Griechenland aber zwei politische Lager nahezu verfeindet gegenüberstehen, hat dort nie eine Regierung die Kraft aufgebracht, den eigenen Landsleuten reinen Samos einzuschenken. Man versprach und trickste, und die Quittung kommt eben jetzt.

    Das Gequatsche von “deutschem Lohndumping” und “Absenkung der Sozialstandards” kann übrigens niemand ernst nehmen, der in der Lage ist, Vergleiche anzustellen. Deutsche Produkte waren nie billig und haben weltweit auch nicht den Ruf, billig zu sein. Man kauft sie nur, wenn es nichts Vergleichbares gibt.

    Antworten
  12. Anonymous

    “”Jammern und Wehklagen ist gerad in Deutschland fehl am Platze”. Als stärkste Wirtschafstmacht Europas hat die Bundesrepublik von der Gemeinschafstswährung wie kein zweites Land profitiert, …

    Lies. Weil wir fleißig waren und konkurrenzfähiger als die Anderen sind wir natürlich verpflichtet den weniger konkurrenzfähigen unter die Arme zu greifen. Nun ja geflissentlich übersehen wurde wohl, daß Deutschland wohl schon immer der größte Nettozahler war. Daß die Deutschen lieber die DM behalten hätten, sch… drauf denn:”

    Nein, nicht weil “wir” fleissig waren sondern weil wir die Sozialstandards sowie die Löhne in der EU dumpen, stetig unseren Export erhöhen wollen und dabei nicht die DM aufwerten müssen.

    Deutschland bzw. Konzerne die in und via Deutschland Geld verdienen sind wahrlich die grössten Gewinner hier.
    Wer am meisten verdient zahlt am meisten, das scheinen irgendwie immer weniger Leute zu schnallen, egal ob es nun Finanzausgleiche oder Steuern angeht.

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