an ca 270 von 300 Angestellten bei einer Zuliefererfirma für Autos hier in Bruchsal. Nachdem Sie 70 Jahre für mehr Staat gewählt haben, haben Sie es geschafft. Sie bekommen mehr Staat in Form von AL und anderen Transferzahlungen und Sie verdienen nichts mehr durch die Anstellung weil die endet.
So präsentiert sich die „win/win/win“ Situation für die Ex-Angestellten und die Stadt:
(nach claude)
Annahmen (Basisfall)
Ich unterstelle einen Industriearbeitsplatz in der Region (Bruchsal ist Maschinenbau-geprägt), Steuerklasse I, keine Kinder, kein Kirchensteuer-Ansatz:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Bruttojahresgehalt | 55.000 € |
| AN-Sozialabgaben | 21,15 % |
| AG-Sozialabgaben inkl. Umlagen/BG | ~23,5 % |
| Beitragsbemessungsgrenzen | nicht erreicht (voller Satz) |
Pro Kopf und Jahr
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttolohn | 55.000 € |
| Lohnsteuer | ~9.050 € |
| AN-Sozialabgaben | ~11.630 € |
| Netto (Kaufkraft) | ~34.320 € |
| AG-Sozialabgaben | ~12.930 € |
| Arbeitgeber-Gesamtkosten | ~67.930 € |
| Abgaben gesamt (Steuer + SV beide Seiten) | ~33.610 € |
Hochrechnung auf 300 Personen
Wegfallendes Volumen p.a.:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttolohnsumme | 16,5 Mio € |
| Arbeitgeber-Gesamtkosten | 20,4 Mio € |
| Lohnsteuer | 2,72 Mio € |
| Sozialbeiträge (AN + AG) | 7,37 Mio € |
| Entgangene Abgaben gesamt | ~10,1 Mio € |
| Wegfallende Nettokaufkraft | 10,3 Mio € |
Zusätzliche Kosten bei der Bundesagentur für Arbeit:
ALG I liegt bei 60 % des Leistungsentgelts, hier ca. 1.750 €/Monat. Dazu zahlt die BA Kranken-, Pflege- und Rentenbeiträge von rund 650 €/Monat. Macht ~2.400 € pro Person und Monat.
| Szenario | Dauer Ø | BA-Kosten |
|---|---|---|
| Günstig (starker Arbeitsmarkt) | 5 Monate | 3,6 Mio € |
| Mittel | 8 Monate | 5,8 Mio € |
| Voller ALG-I-Anspruch | 12 Monate | 8,6 Mio € |
Der Landkreis Karlsruhe hat eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, das mittlere Szenario dürfte realistisch sein — sofern die Qualifikationen übertragbar sind.
Netto-Kaufkraftverlust in der Region: von 34.320 € auf ~21.000 € ALG I, also ~13.300 € pro Person → rund 4,0 Mio € weniger Kaufkraft pro Jahr, solange der Bezug läuft.
Was davon Bruchsal selbst trifft
Das ist der wichtige Unterschied: Von den 10,1 Mio € landet beim städtischen Haushalt nur ein Bruchteil.
- Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: 15 % des Aufkommens, aber gekappt bei 35.000 € zu versteuerndem Einkommen. Realistisch 200.000–350.000 €/Jahr — und mit rund drei Jahren Verzögerung, weil die Schlüsselzahl aus älteren Steuerstatistiken abgeleitet wird.
- Gewerbesteuer: Falls der Betrieb komplett schließt statt nur Stellen abzubauen, kann dieser Posten alles andere überlagern. Bei einem ertragsstarken mittelständischen Betrieb dieser Größe sind Beträge im einstelligen Millionenbereich möglich.
- Der große Rest fließt an Bund, Land und die Sozialversicherungsträger.
Einordnung
Zwei Punkte, die man bei solchen Rechnungen im Blick behalten sollte: Es handelt sich um Bruttoeffekte. Wer wieder Arbeit findet, zahlt wieder ein — die dauerhaften Kosten sind deutlich niedriger als die Jahreszahlen suggerieren. Und je nach Gehaltsniveau verschiebt sich alles proportional: Bei 45.000 € statt 55.000 € liegen die entgangenen Abgaben bei rund 7,9 Mio € statt 10,1 Mio €.
Die Steuer- und Beitragssätze habe ich mit Stand 2026 angesetzt; die Zusatzbeiträge der Krankenkassen und die Bemessungsgrenzen solltest Du für eine belastbare Vorlage noch gegenprüfen.
Was soll ich noch schreiben? Wenn es läuft – läuft es.